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Der Zeitraum, in dem Menschen aus den definierten Risikogruppen mit einem COVID-19-Risikoattest eine bezahlte Dienstfreistellung erhalten – sofern keine besonderen Schutzvorkehrungen am Arbeitsplatz oder Home-Office möglich sind – wurde bis 30. Juni 2020 verlängert.

Die Freistellung für Menschen aus den definierten Covid-19-Risikogruppen, die im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2 ein höheres Risiko eines schweren Verlaufs haben, war bis Ende Mai 2020 vorgesehen. Am 27. Mai wurde nun der Zeitraum, in dem Freistellungen für Corona-Risikogruppen ausgestellt werden können, bis Ende Juni 2020 verlängert. Die neue Regelung tritt mit 1.6.2020 in Kraft.

Mit der Verlängerung der Verordnung sollen chronisch kranke Personen mit einem COVID-19-Risikoattest weiterhin am Arbeitsplatz geschützt werden. Wenn Home-Office nicht möglich ist, besteht daher noch Anspruch auf bezahlte Freistellung bis Ende Juni.

Fragebogen für den Selbstcheck: Download – Empfehlung des BMSGPK zur Erstellung einer individuellen COVID-19 Risikoanalyse bezüglich eines schweren Krankheitsverlaufs (PDF)

 

Nun ist es offiziell: Das Gesundheitsministerium hat genaue Regeln definiert, welche Menschen bis Ende der Corona-Krise ein Recht auf Homeoffice oder Freistellung haben. Die jeweiligen Risikogruppen werden von den Sozialversicherungsträgern informiert, das Attest wird vom behandelnden Arzt ausgestellt.

Betroffen sind vor allem Personen mit chronischen Grunderkrankungen wie Nieren-, Lungen- oder Herzerkrankungen. Während der gesamten Corona-Krise sollen sie zum Schutz vor einer Ansteckung von der Arbeit freigestellt werden oder, wenn möglich, von zu Hause arbeiten.

Sehr detailliert legt das Gesundheits-Ministerium fest, welche medizinischen Indikatoren es sind:

Risiko chronische Lungenkrankheiten

Auf jeden Fall zur Risikogruppe gehören Patienten mit einer fortgeschritten, funktionellen oder strukturellen chronischen Lungenkrankheiten, welche eine dauerhafte, tägliche, duale Medikation benötigen:

  • pulmonale Hypertonien,
  • Mucoviszidose (Zystische Fibrose),
  • COPD im fortgeschrittenen Stadium GOLD III ab Patientengruppe C,
  • Patienten, die eine dauernde Kortisontherapie > 20 mg bzw. Prednisonäquivalent/Tag länger als zwei Wochen nehmen müssen.

Herz- und Krebserkrankungen

Zur Risikogruppe zählen zudem Personen mit chronischen Herzerkrankungen mit Endorganschaden, die dauerhaft therapiebedürftig sind. Dabei handelt es sich etwa um ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen. Auch bei einer arteriellen Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden, insbesondere chronische Herz- oder Niereninsuffizienz oder nicht kontrollierbarer Blutdruckeinstellung, zählt man zur Risikogruppe.

Auch aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten sechs Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie und/oder Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie zählen zur Risikogruppe.

Ebenso sind Erkrankungen aufgelistet, die mit einer dauerhaften und relevanten Immunsuppression behandelt werden müssen. Dazu zählen etwa Patienten nach Knochenmarks- und Organtransplantationen oder HIV-Infizierte mit hoher (genau definierter) Viruslast.

Nierenerkrankung und Diabetes

Menschen mit einer fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankung (Niereninsuffizienz, Nierenersatztherapie, Nierentransplantation) zählen ebenfalls nur Risikogruppe. Chronische Lebererkrankungen mit Organumbau und dekompensierter Leberzirrhose werden in der Verordnung angeführt wie starke Fettleibigkeit (Body-Mass-Index größer oder gleich 40).

Auch Diabetiker zählen zu den Betroffenen. Hier sind sogar nach Krankheitstyp die Laborwerte definiert: Typ-1 mit regelmäßig erhöhtem HBA1c > 7,5%, Typ-2 mit regelmäßig erhöhtem HBA1c > 8,5% oder Typ-1 oder Typ-2 mit Endorganschäden.

Seltene Ausnahmen

Abgesehen von diesen detailliert aufgezählten medizinischen Indikationen ist die Ausstellung eines Covid-19-Risikoattests durch den behandelnden Arzt nur zulässig, wenn sonstige schwere Erkrankungen mit funktionellen oder körperlichen Einschränkungen vorliegen, die einen schweren Krankheitsverlauf einer Corona-Erkrankung annehmen lassen.

Die neue Verordnung zum Download

Viele Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen machen sich momentan Gedanken, ob sie aufgrund des neuartigen Coronavirus besondere Maßnahmen ergreifen sollten. Thomas Stodulka, Österreichische Lungenunion, spricht im Skype-Interview mit Prim. Doz. Dr. Arschang Valipour, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie im KH Nord, Wien, über die Auswirkungen des Coronavirus auf Patienten mit einer Lungenerkrankungen und welche speziellen Maßnahmen – neben den allgemein gültigen Empfehlungen des Bundesministeriums für Gesundheit – sinnvoll sind.

Skype-Interview mit Prim. Doz. Dr. Arschang Valipour:

  • Ganz besonders wichtig: Wenn Sie Fragen haben oder sich unbekannte bzw. neue Symptome zeigen,
    kontaktieren Sie umgehend den Arzt. Und zwar zuerst immer telefonisch! Auf keinen Fall Maßnahmen
    in Eigenregie setzen!
  • Verwenden Sie Ihre Dauermedikation unbedingt weiter. Patienten, die Immunsuppressiva nach einer
    Lungentransplantation nehmen müssen, haben ein höheres Risiko, sich mit dem Coronavirus zu
    infizieren, die Medikation darf aber keinesfalls auf eigene Faust abgesetzt werden!
  • Gleiches gilt für Patienten, die kortisonhaltige Medikamente nehmen müssen, wie zum Beispiel bei
    Asthma. Setzen Sie Ihre Medikation nicht eigenmächtig ab, halten Sie im Zweifelsfall immer mit dem
    Lungenfacharzt telefonisch Rücksprache.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, sich ein elektronisches Rezept ausstellen zu lassen. Ein Anruf beim Arzt
    genügt. Das Rezept wird direkt zur Apotheke Ihrer Wahl gesendet und Sie können dort Ihr Medikament
    abholen bzw. abholen lassen.
  • Zurzeit sind sämtliche Medikamente in den Apotheken vorrätig bzw. umgehend lieferbar, Nachlieferungen
    erfolgen wie geplant. Es ist daher nicht erforderlich, Medikamente auf Vorrat einzulagern.
  • Menschen, die an einer Pollenallergie leiden, haben übrigens kein erhöhtes Risiko: Sie sind nicht
    „immungeschwächt“ und die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal.
  • Wenn es Ihnen möglich ist, gehen Sie am besten im Wald spazieren, aber nur alleine oder mit Menschen,
    die mit Ihnen in einem Haushalt leben.

aus: Statement der Österr. Gesellschaft für Pneumologie: www.ogp.at

 

Download:

COVID-Statement der AG Allergologie der ÖGDV  Download pdf
COVID-19 Pandemie-Statement der ÖGP  Download pdf
Stellungnahme Corona Virus - AG Biologika  Download pdf

Mehr Infos:

www.pollenwarndienst.at Individuelle Pollenbelastung (durch Führen des Pollentagebuches und Download der Pollen-App), Pollen-Fragebogen kann erste Hinweise auf eine Allergie geben etc.
www.allergenvermeidung.org Informationsplattform für Allergiker
www.ages.at Symptome bei COVID-19-Infektion
www.sozialministerium.at/ Alle Informationen zum Corona-Virus vom Gesundheitsministerium

 


 

Oberstes Gebot und wesentlichstes Mittel in Zeiten des Coronavirus ist das regelmäßige Händewaschen (30 Sek. lang). Geniest wird in die Ellenbeuge bzw. in ein Taschentuch. Außerdem sollte sich jeder, aber vor allem Menschen mit chronischen (Atemwegs)-Erkrankungen, generell von anderen kranken Menschen fernhalten. Halten Sie sich an die vorgegebenen Maßnahmen und Regelungen, um die Verbreitung des Virus zu vermeiden. Aber: Es besteht kein Grund in Panik auszubrechen.

Bei konkretem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektionsgefahr melden Sie sich umgehend bei der Hotline vom Gesundheits- und Sozialministerium:
Tel.: 0800 555 621 (kostenlos), Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr.

Aktuelle Infos rund um das Coronavirus:  www.sozialministerium.at/coronavirus

Die Stadt Wien hat eine Hotline für ältere Menschen eingerichtet, die Unterstützung bei der Besorgung von Lebensmitteln, Medikamenten usw. benötigen.
Tel.: 01/4000-4001

 

Sinn und Unsinn rund um das Coronavirus

Handelsübliche Masken schützen nicht vor dem Virus – das gilt auch für die Feinstaubmasken aus den Baumärkten. Desinfektionsmittel sind vor allem im medizinischen Bereich absolut notwendig und sollten im normalen Alltag nicht übertrieben eingesetzt werden. Sie können hilfreich sein, wenn man sich unterwegs z.B. nicht die Hände waschen kann. Aber die ständige Verwendung von Desinfektionsmitteln kann, vor allem bei Menschen mit Atemwegserkrankungen mehr schaden als helfen, da z.B. manche Inhaltsstoffe allergische Reaktionen hervorrufen können.

Da die Bevölkerung zunehmend mit Panik reagiert und Desinfektionsmittel ausverkauft sind oder sogar aus den Spitälern gestohlen werden (!), stellen wir hier zwei Rezepte für selbst gemachte und natürliche Hände-Desinfektionsmittel vor. Sie setzen sich auf der Basis von Alkohol und antibakteriell wirkenden ätherischen Ölen zusammen, sind biologisch abbaubar und somit auch keine Belastung für die eigene Gesundheit oder für die Umwelt. (Hinweis: kein Ersatz für medizinische Präparate!)  

Selbstgemachtes Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis

Zutaten und Zubereitung:

Füllen Sie

  • 30 ml hochprozentigen Alkohol (Weingeist oder Melissengeist aus der Apotheke)
  • 30 ml abgekochtes Wasser (kalt)
  • 1 Teelöffel Aloe-Vera-Gel

in eine Flasche (z.B. eine leere Kosmetikflasche oder Sprühflasche am besten aus Glas), schütteln Sie die Mischung einmal kurz durch und geben Sie dazu

  • 2 Tropfen biologisches Teebaumöl
  • 3 Tropfen ätherisches Bio-Öl mit antimikrobiellen Eigenschaften (z.B. Lavendel, Pfefferminze oder Eukalyptus)
  • 3 Tropfen von einem hautpflegenden und konservierenden Vitamin E-Öl (z.B. Walsnussöl, Mandelöl, Sonneblumenöl, Olivenöl, Sojaöl)

 und schütteln Sie alles noch einmal kräftig durch.

 Anwendung: Sprühen oder geben Sie einige Tropfen in einen Handteller und reiben Sie beide Hände gründlich gegeneinander, um die Inhaltsstoffe gut zu verteilen.

Selbstgemachtes Desinfektionsmittel auf Essigbasis

Je nach Behälter

  • 1/3 abgekochtes Wasser (kalt),
  • 1/3 Essig (Tafelessig, Apfelessig)
  • 5 – 10 Tropfen konzentriertes ätherisches Öl (siehe Rezept oben)

 in eine Sprühflasche füllen und gut durchschütteln.

 

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