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Term Definition
Corticoide

Dem körpereigenen Kortisol sehr ähnliche Substanzen, die eine starke entzündungshemmende und das Immunsystem dämpfende Wirkung haben. Sie werden heute in der Therapie nahezu aller kortisonpflichtiger Krankheiten eingesetzt. Kortikoide können in Form von Tabletten eingenommen, als Aerosol oder Pulverinhalat inhaliert werden, als Injektion in die Vene gespritzt, als Salbe, Creme oder Lösung auf der Haut angewandt werden. Depot-Präparate,  die früher viel verwendet wurden und in den Muskel gespritzten werden, werden heute aus Gründen der Nebenwirkungen (unnötige Störung der Nebennierenrindenfunktion) abgelehnt.
Nach Injektion in eine Vene oder Einnahme von Tabletten verteilt sich das Kortison über den ganzen Körper, daher spricht man auch von einer systemischen Therapie. Bei lokaler (topischer oder örtlicher) Anwendung konzentriert sich das Medikament auf das betreffende Organ und hat nur wenig Nebenwirkungen.

In der Asthma-Therapie sind Kortikoide unverzichtbar, da sie die am stärksten wirksamen Entzündungshemmenden Medikamente sind und. auf verschiedenen Ebenen in den Krankheitsprozess chronischer Atemwegserkrankungen eingreifen:
- Sie reduzieren den Entzündungsprozess.
- Sie stabilisieren die Zellmembran.
- Sie vermindern die Schleimhautschwellung.
- Sie reduzieren die Schleimproduktion.
- Sie dämpfen die Übererregbarkeit (Hyperreagibilität) des Bronchialsystems.
- Sie verbessern die Wirksamkeit der Beta-Adrenergika.

Nach Einnahme von Tabletten oder Injektion/Infusion beginnt die Wirkung der Kortikoide nach etwa einer halben Stunde und erreicht ihre höchste Wirkstärke nach sechs bis acht Stunden. Daher wirken sie nicht im akuten Asthmaanfall. Es müssen gleichzeitig atemwegserweiternde Medikamente gegeben werden.
Die inhalative Therapie hat eine Anlaufszeit von mehreren Tagen und eignet sich daher ebenfalls nicht für die Behandlung eines akuten Asthmaanfalls oder einer plötzlich auftretenden Verschlechterung des Krankheitsbildes. Kortikoide sind die Basistherapie des Asthma bronchiale, sie müssen permanent eingenommen werden um die Entzündung in den Bronchien zu kontrollieren.

Die Kortikoide hemmen die Entzündung erst in höheren Dosen als sie der Körper unter normalen Lebensumständen produziert. Deshalb führt die systemische Anwendung (Tabletten Infusionen oder Injektionen) zu einem Hormonüberschuss im Organismus. Dadurch entstehen unerwünschte Nebenwirkungen, wie Gewichtszunahme, Vollmondgesicht, Störung von Stoffwechselvorgängen im Körper und Hemmung der körpereigenen Cortisolproduktion. Nebenwirkungen hängen von der Höhe der Dosis und der Dauer der Anwendung ab, daher muss immer die kleinste, noch wirksame Dosis verabreicht werden.
 
Das Nebenwirkungsrisiko ist bei ausschließlich inhalativer Therapie sehr viel geringer und daher sollte diese bevorzugt werden.

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